Das Problem mit der Monokultur

Fährt man mal mit offenen Augen über Land stellt man fest, dass auf den Hochleistungs – Ackerflächen nur noch eine einzige Pflanzenart pro Feld wächst. Oftmals findet man auch viele Felder nebeneinander mit der gleichen Pflanze. Es geht darum die Erträge so hoch wie möglich zu halten mit so wenig Verunreinigungen wie möglich. Die Pflanzen sollen groß und kräftig sein und möglichst viele Früchte tragen, die ebenfalls groß und gesund sein sollen. Alles andere was dort wachsen könnte wird direkt tot gespritzt. Man erwartet also, dass dort wo der Tod gespritzt wird trotzdem gesundes Leben wachsen soll. Zusätzlich wird vorsorglich schon mal gegen mögliche Schädlinge gespritzt. Damit das Gift im Boden nicht das Wachstum der gewünschten Pflanze hemmt wird dann natürlich für die gewünschte Pflanze chemisch gedüngt, um zu gewährleisten, dass alle Nährstoffe vorhanden sind. Man spricht hier von Monokulturen. Eine Einzelne Pflanzenart soweit das Auge reicht.
Doch was ist so schlimm daran?
Schlimm ist, dass die Artenvielfalt verloren geht. In einem gesunden Ökosystem agiert jede noch so kleine Art mit einer anderen Art zusammen. Alle zusammen greifen ineinander wie die Zahnräder in einem Getriebe. Wenn man nun Auto fährt und ein Zahnrad im Getriebe fehlt kann es im günstigsten Fall sein, dass man auf einen Gang verzichten muss. Wenn zum Beispiel der dritte Gang ausfällt, kann man eine Zeitlang improviseren bis die Belastung zu groß wird. Bei anderen Zanhrädern kann es unter Umständen aber auch sein, dass das ganze Getriebe nicht mehr funktioniert. Und der PKW zum Stillstand kommt. An einem solchen Punkt befinden wir uns gerade in der Natur. Ein Gang fehlt, und die Belastung auf die restlichen Gänge wächst zunehmend.
In der Natur ist es so, dass viel verschiedene Arten sich gegenseitig ernähren. Das was die einen hinterlassen fressen die anderen. Das kleinste Zusammenspiel, das es in dieser Form gibt, ist das Leben der Bakterien. Ohne Bakterien gäbe es kein Leben auf der Erde. Erst die Bakterien haben es ermöglicht, dass es Leben auf der Erde gibt. Doch wie wichtig Bakterien für uns sind begreifen wir erst jetzt so langsam. Viele Jahre haben Wissenschaftler damit verbracht viele Bakterien jeweils für sich alleingestellt zu untersuchen und erforschen. Doch erst jetzt fängt man an die komplexen Zusammenhänge zu erforschen, die entstehen, wenn eine Gruppe von verschiedenen Bakterien zusammen wirtschaftet.
Die Bakterien beeinflussen so ziemlich alles. Oftmals hängt auch hier die Gesundheit eines gesamten bakteriellen Milieus von der Vielfalt ab. Je einfältiger ein Milieu wird desto knapper werden die Nährstoffe und desto mehr überwiegen die Hinterlassenschaften, so dass das ganze Milieu anfängt in Negative zu kippen. Statt einem gesunden, lebensfreundlichen Milieu entsteht nun ein krankes, von Fäulnis geprägtes Milieu.
Nun hat jede Pflanze in der Natur einen für sie typischen Besatz von verschiedenen Bakterien. Je einfältiger nun eine Kultur wird desto kranker wird das bakterielle Milieu, das die Pflanze umgibt und desto mehr muss wiederum mit Chemie gegengesteuert werden um die Kultur, die uns ernähren soll zu retten.
Das Ganze ist ein Teufelskreis. Denn so wie es sich im kleinen mit den Bakterien verhält geht es im Großen zum Beispiel mit den Insekten und Vögeln weiter.
Aber man muss auch sagen, dass man das Problem langsam angeht. Immer häufiger finden sich inzwischen an den Feldrändern so genannte Blühstreifen, auf denen viele verschiedene Pflanzen wachsen, die fast das ganze Jahr hindurch immer mal wieder blühen und so nicht nur schön und vielfältig aussehen sondern eben auch eine Vielzahl von Insekten ernähren, die wiederum Vögel ernähren und so weiter. Darüber hinaus bringen natürlich die Blühstreifen auch wieder ihre eigenen spezifischen Bakterien mit, die das Milieu im Boden vervielfältigen.
So ist das schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung zu mehr Artenvielfalt und mehr Gesundheit in der Natur.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.